Maler & grafiker Eldar Parr

Eldar Parr

Eldar Parr (am 2. mai 1963 geboren, Hellesylt, Norwegen). In Oslo wohnhaft.

Ausbildung:

Ausstellungen:

Modernist im schafspelz?

Text: Lars Elton über Eldar Parr:

Was passiert, wenn eine kleine bewegung ein ganzes bild wird? wenn ein modell zu vielen wird? eldar parr hat ein thema gefunden, dass parallellen ausserhalb den offenbarsten stilidealen hat.

Sage die Nedrum-schule, und alle »wissen«, dass es sich um archaische Figuren in unfruchtbaren Landschaften handelt. Einsame Seelen in einer feindlichen Welt. Der heroische Künstler, der gegen die Vorurteile der Modernisten kämpft. So sehen auch Eldar Parrs Bilder auf den ersten Blick aus. Drei Frauen, die eng zusammen in einem leeren Raum sind, suchen beieinander Ruhe. Ein einsamer Mann mit einem starken Blick.Die Lichtbehandlung und die Formsprache. All dies trägt die Behauptung »Nerdrum-schüler« in sich.

Ausserhalb Håkons Hall bei Lillehammer, der Hauptarena für die Eishockeykämpfe unter den olympischen Winterspielen 1994, steht eine Skulptur von István Lisztes. Sie heisst »Mann mit kleiner Handbewegung«, und ist eine reine Formstudie mit einem hyperrealistischen Ausdruck. Drei identische Männerfiguren stehen auf einem langen, schmalen Fundament hintereinander. Der einzige Unterschied zwischen den Erscheinungen der drei Figuren ist eine Bewegung in der Hand. Sie öffnet sich schrittweise in drei Stadien. Man kann mit István Lisztes’ Skultpur scherzen, und sie mit dem Spitznamen charakterisieren, den sie unter den olympischen Spielen bekam: Männer in Kartenschlange. Aber Scherz kann die Absicht der Skulptur nicht verstecken.

In der sauberen Ausführung finde ich eine Konzentration einer der Ziele des künstlerischen Modernismus: alles Überflüssige wegzulassen. Den Ausdruck um das ganz Essenzielle zu konzentrieren. Die Erscheinung der Figuren ist zu einer konzentrierten Einfachheit reduziert – zu dem ganz Notwendigen, was es braucht, um ihnen die Charakteristik »Mensch« zu verleihen. So wird die Aufmerksamkeit um das eine wichtige zentriert: die Handbewegung.

Ist Eldar Parr ein Modernist im Schafspelz? Er ist jedenfalls kein Nerdrum-schüler. Er hat zwei Jahre lang bei der staatlichen Handwerks- und Kunstindustrieschule in Oslo, der SHKS, studiert. Der Lehrgang hat ihn nicht zu einem Modernisten gemacht. Zwischen István Lisztes’ Skulptur und Eldar Parrs Frauenfiguren gibt es aber eine Parallelle. Lisztes konzentriert die Aufmerksamkeit um eine Sache. Eldar Parr will die Vielfalt in dem Einen erforschen. Für das Gemälde von den drei Frauen, ”Schwestern,” was auch als Lithographie gemacht worden ist, hat er die gleiche Frau als Modell für die drei Gestalten benutzt. Früher ist geschrieben worden, dass es deshalb naheliegend ist, sie als Aspekte ein und derselben Person zu sehen, wo vor allem die Bewegung das Thema ist. Ausserdem sagt er, dass es die Wiederholung und die kleinen Variationen sind, die ihn faszinieren. Oder vielleicht, dass er die ganze Zeit alles auf ein Mal sehen will.

Uanbhämgig von den Worten, die wir benutzen, um die Faszination, die der Erschaffung zugrundeliegt, zu beschreiben, bleiben die Konzentration und die fein abgestimmten Nuancen stehen. Die Erforschung einer Möglichkeit. Was eines der Ziele des Modernismus ist. Elder Parr, aber, führt seine Arbeit innerhalb einer realistischen Formsprache aus, die von geschichtlichen Vorbildern geformt ist und grossen Wert auf Lichtwirkungen und Farbe legt.

Eldar Parr sagt, dass es für ihn fast unmöglich ist, Bilder zu malen, die nicht über ihren Ausdruck als Inhalt hinaus komplex sind. Während so eine Wechselwirkung entsteht, kommen die Dynamik und die Kommunikation.Die Sprache liegt für Eldar Parr in der Bildfläche und nicht in dem literarischen Inhalt des Bildes. In diesem letzten Satz erlebe ich Teil des Unterschieds zwischen Eldar Parrs Annäherung zu seinem Fach und den Auffassungen, die über die Nerdrumschule existieren.«

Übersetzung: Vidar Alexander Jensen